News
ab Jan. 2010
(Stand: 04. März 2010)
News
01 (Okt. 2008 -
Mai 2009)
www.labyrinthos.ch
(Teil 1)
www.labyrinthos.ch
(Teil 2)
News 02 (Juni -
Sept.
2009) News 03 (Okt. - Dez. 2009) Die Pläne
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und Texte
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ACHTUNG:
DIE LABYRINTH-HÖHLE IST GEFÄHRLICH !
Betreten Sie sie nicht auf eigene Faust !
ATTENTION: THE LABYRINTH CAVE IS DANGEROUS !
Don't enter it off your own bat !
ΠΡΟΣΟΧΗ: Η
ΛΑΒΥΡΙΝΘΟΣ
ΕΙΝΑΙ
ΠΟΛΥ
ΕΠΙΚΙΝΔΥΝH
!
Μην
μπαίνετε
μέσα με
δική
σας
πρωτοβουλία
!
|
26.
Feb. 2010: Johannes von Antiochen (7. Jh.) erwähnt eine
"Höhle in der Gegend der Labyrinthe", ohne Ortsangabe
Die Schriften von
Johannes von Antiochen (7. Jh.) sind nur in Fragmenten erhalten. Im 39.
Fragment (siehe Quelle 1, S. 78) findet sich folgender Satz: "Theseus
... verfolgte

den Minotaurus
in die Gegend der Labyrinthe und tötete ihn, der sich in einer
Höhle versteckt hielt." Eine Ortsangabe fehlt. Gemäss
Quelle 2 ist die Schrift von ihm "eine der vielen Adaptationen und
Imitationen der besser bekannten Chronik von John Malalas" (mehr dazu
im Beitrag vom 1. Feb.). Auch sein Text, in dem die Rationalisierung
des Mythos aufscheint, hilft uns also nicht weiter bei der Frage, wann
die Labyrinth-Höhle zum ersten Mal so genannt wurde. Die
fehlende Ortsangabe trägt darüber hinaus auch nichts
zur Lokalisierung des Mythos bei - die selbst bei Nennung eines
geografischen Namens wegen der Rationalisierung des Mythos zweifelhaft
bliebe.
Quellen:
1) Ioannis Antiocheni Fragmenta ex Historia chronica; Introduzione,
edizione critica e traduzione
a cura di Umberto Roberto; de Gruyter 2005
http://books.google.de/books?id=8uckHUYk6JYC&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false
2)
http://www.newadvent.org/cathen/08468a.htm
15./24.
Feb. 2010: Weitere
Belege für die Verwendung als Steinbruch:
Spuren von Keilen und Meisseln: die Bilder
Viele grössere
und kleinere
Löcher sowie Rillen entpuppten sich bei genauerer Betrachtung
als
weitere Hinweise darauf, dass die Labyrinth-Höhle ein
Steinbruch
war. Grössere Löcher erwiesen sich teilweise als
Keil-Löcher,
d.h. sie sehen nur von aussen wie normale Löcher aus. In ihrer
Vertiefung - am Boden des Loches sozusagen - verlaufen diese
Löcher häufig quer (horizontal) und lassen damit die
Form des
verwendeten Keils
erkennen (gut zu sehen in den Bildern 1, 4 und 6; Bilder 1 und 4 zeigen
die selben Löcher in verschiedener Belichtung). Viele kleine
Löcher haben eine
rechteckige Form und verlaufen mit vier geraden Kanten in einen Spitz
zu - die konische Form der verwendeten Meissel ist auch hier gut zu
sehen
(Fotos 7, 8 und 9 darunter; auf Foto 3 (erste Zeile) sind am oberen
Rand auch mehrere Spuren und Löcher von Meisseln zu sehen (rot
markiert); eines davon, das von oben nach unten verläuft,
zeigt
die konische Form des Meissels sehr schön).
12.
Feb. 2010: Inschrift des in Kreta lebenden,
türkischen Fotografen R. Behaedin von 1900 gefunden
04.-15.
Feb. 2010: Zwei arabische Inschriften von
Nizam Dauacher entziffert




Eine
Gruppe der zweiten, 1982 gegründeten "Griechischen
Höhlenforschungs-Vereinigung"
(Σπηλαιολογικός
Ελληνικός
Εξερευνητικός
Ομίλος) mit der
Abkürzung "SPELEO"
(ΣΠΕΛΕΟ)
mit den
4 Teilnehmern Nizam Dauacher (N.
Δαούαχερ),
Petros Romanas
(Π.
Ρωμανάς), Eleni
Koniari (Ε.
Κόνιαρη) und Kostas
Zoupis (Κ.
Ζούπης) kartografierte
1982
das Labyrinth. Sie hinterliessen
als Inschrift im linken Gang an der Decke ihre Vornamen (linkes
Bild) sowie an
mehreren Stellen ihr Signet
"ΣΠΕΛΕΟ
1982“ (Speleo
1982). Eines
davon findet sich, der
Tradition entsprechend, im „Trapeza-Raum“. Der
Jordanier
Nizam Dauacher, dessen Vorname im linken Bild zuoberst steht,
hinterliess ausserdem im Trapeza-Raum sowie links hinten an der dritten
Verzweigung je eine arabische
Inschrift mit Namen, Land und Jahreszahl (mittleres und rechtes Bild):
"Nizam al
Jawahir (Nizam
Dauacher), Al Urdun (Jordanien), 1982"
(Entzifferung und
Übersetzung Paul Coatalen). Dauacher starb in den
Neunziger Jahren. Während die arabische Schrift von rechts
nach links geschrieben wird,
werden die arabischen Zahlen wie bei uns auch von links nach rechts
geschrieben. Sie sind einfach zu übersetzen. Mit der
beigefügten
Tabelle können wir 1982 selbst entziffern. Dauacher lebte und
studierte in Athen und notierte
deswegen wohl unsere westliche Jahreszahl, während in anderen
arabischen Inschriften die beigefügten Jahreszahlen
offensichtlich aus dem islamischen Kalender stammen,
welcher um 622 Jahre verschoben ist (siehe
Teil 2,
Kap. 4b "Besondere Inschriften").
01.-26.
Feb. 2010: Malalas (6. Jh.) erwähnt
eine "Höhle in den Bergen der Labyrinth-Gegend [bei
Gortyn]", Cedrenus (11./12. Jh.)
erwähnt eine "Höhle in der Gegend der
Labyrinthe [bei
Gortyn]", Eustathius (12. Jh.) bezeichnet das Labyrinth als
"kretische Höhle", aber ohne Ortsangabe
Nachdem ich herausfand,
dass Catull,
Statius und Claudian entgegen anders lautenden Behauptungen die
Labyrinth-Höhle nicht erwähnen, hielt ich
Buondelmontis
Beschreibung der Höhle von 1417 für die erste
Erwähnung.
Buondelmonti dürfte
auch weiterhin
der erste gesicherte
Augenzeuge bleiben, der sie
nicht nur beschreibt, sondern im Jahre
1415 selbst besichtigt hat. Ich habe nun drei frühere
Autoren gefunden, die die Höhle zwar zu erwähnen
scheinen, die sie aber
offensichtlich selbst nicht besucht hatten. Cockerell verweist in
seinem Artikel in Walpole (siehe Quelle 1, S. 409) auf Eustathius und
Cedrenus, beide im
11./12. Jahrhundert. Es darf dabei nicht übersehen werden,
dass
Cockerell die Höhle für das
Labyrinth der
Mythologie hielt (S. 407), obwohl er zugleich der Meinung war, dass es
ein
Steinbruch für Gortyn war und die Gänge in der
Höhle
sekundärer Natur seien (S. 407). Dabei muss er sogar
mutmassen,
dass antike Autoren, die das Labyrinth in Knossos lokalisierten, sich
irrten (u.a. Strabo und Pausanias, S. 408). Da Eustathius wenig
ergiebig ist und Cedrenus seinen Text von einem anderen Autor,
wahrscheinlich von Malalas, übernahm, beginne ich mit Malalas.
Quellen:
1) The Rev. Robert
Walpole, M.A.: "Travels in various Countries of the East; Being a
continuation of Memoirs relating to European and Asiatic Turkey,
&c.", Longman, Hurst, Rees, Orme and Brown, London 1820; S.
402-409: The Labyrinth of Crete (communicated by Mr.
Cockerell);
http://books.google.ch/books?id=7jIPAAAAYAAJ&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false (S.
409 eintippen)
Malalas (siehe
Quelle 2, IV.
Buch, Abschnitte 16-18, S. 61-63). Dieser Text liegt mir in Griechisch
und teilweise in englischer Übersetzung vor. Malalas
wie auch Cedrenus erzählen eine spätere,
"rationalisierende" Version des Mythos: der Minotaurus
ist keine
Mischgeburt mit Menschenkörper und Stierkopf, sondern ein
gewöhnlicher Mensch, nämlich der aussereheliche Sohn
von Pasiphae
und ihrem Sekretär
(νοτάριος)
namens "Tauros"
("tauros" ist in dieser Lesart also ein
Name und nicht die Übersetzung für "Stier")! Nach dem
Tod von Minos wurde Minotaurus König von Kreta. Der Senat von
Kreta
schickte zu Theseus
und bot ihm die Herrschaft über Kreta und die Hand der Ariadne
an, falls er den Minotauros töten würde. Theseus
kommt sofort, Senat und Heer verlassen fluchtartig Minotauros in
Gortyn, der flüchtet

sich
in "die Labyrinth-Gegend" und
verbirgt sich in einer Höhle des Gebirges, wird aber von
Theseus aufgespürt und getötet; Theseus zieht mit
einem Triumphzug in Gortyn ein (
Übersetzung
und Zusammenfassung nach Karin Metzler).
Der entscheidende Satz bei Malalas (Zeilen 80-82, S. 63, siehe links)
enthält die Worte "Minotaurus", "Labyrinth-Gegend"
("Λαβύρινθον
χώραν") und "Höhle" (bei
Gortyn). Die Übersetzung dieses Satzes lautet:
"Als der Minotaurus den Verrat erkannte, floh auch er in die
Labyrinth-Gegend. Er stieg in die Berge und betrat eine
Höhle, in der er sich versteckt hielt." (engl.: "... the
district
of Labyrinth where he climbed a
mountain and hid himself in a cave"; engl. Übersetzung siehe
Quelle 3, S. 42). Unsere Labyrinth-Höhle kann nun auch nach
der
Entdeckung des Berichtes von Malalas (und der folgenden Autoren) nicht
ernsthaft als das Labyrinth
der Mythologie angesehen werden - allein die abgeänderte,
"rationalisierende" Version des Mythos machts aus, dass sein Text nur
von relativem Wert ist. Im zitierten entscheidenden Satz
redet Malalas ausserdem weder vom Labyrinth noch davon, dass
die Höhle so heisse. Er redet von einer "Höhle in den
Bergen der Labyrinth-Gegend", so dass Labyrinth und
Höhle verschiedene Sachen zu sein scheinen! Als weitere
Abänderung des Mythos ist der Minotaurus (als Mensch) in diese
Höhle
geflüchtet,
nicht eingesperrt worden. So fällt auch auf, dass Daedalus
(und
Ikarus) zwar mehrmals erwähnt werden - aber nicht als Erbauer
des
(oder eines) Labyrinthes.
Die interessante Frage bleibt dabei, warum Malalas
(und
entsprechend auch Cedrenus, siehe darunter) die Geschehnisse nach
Gortyn verlegt.
Müssten sie nicht in Knossos spielen? Die Verlegung nach
Gortyn passt jedoch bestens zur Rationalisierung des Mythos. Ich nehme
an, dass dieser Höhlen-Steinbruch (dem
diese
Website ja gewidmet ist), schon damals den übertragenen Namen
"Labyrinth" trug, da er wahrscheinlich schon einige Jahre stillgelegt
war (eine der interessanten Nachforschungen besteht darin,
heraus zu finden, wann "unsere" Höhle zum ersten Mal den
Namen "Labyrinth" erhielt). Knossos selbst war zu
diesem Zeitpunkt - wie das Labyrinth - bloss ein Mythos,
während Gortyn immer in Ruinen existierte und zuletzt viel
wichtiger (Inselhauptstadt) als Knossos war. Und nun war Malalas wohl
zu Ohren gekommen, dass es in der Umgebung von Gortyn ein "Labyrinth"
oder eine "Labyrinth-Gegend" gab. Die Verlegung nach Gortyn war
darum naheliegend im Zuge seiner Rationalisierung des Mythos.
Zu ähnlichen Schlüssen kommt Karl Hoeck, wenn er
schreibt: "Ausdrückliche Zeugnisse ferner verlegen den
dädalischen Bau nach Knossos (Plutarch, Pausanias,
Philostratus). Gegen diese und andere Zeugnisse können nicht
in Betracht kommen Stellen späterer Dichter und Byzantiner;
nichts war natürlicher, als dass Schriftsteller, denen die
Sagen vom Labyrinth durch die dritte und vierte Hand zu kamen, sie
übertrugen auf ein Local, welches zu ihrer Zeit diesen Nahmen
führte (Claudian, Cedrenus)." (siehe Quelle 4, S. 60)
Quellen:
2) Ioannis Malalae: "Chronographia", Hans Thurn, 2000;
http://books.google.ch/books?id=na7qcXJVYL0C&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false
3) The chronicle of John Malalas, Elizabeth Jeffreys, Michael
Jeffreys, Roger Scott, Brian Croke et al., Melbourne 1986;
http://books.google.ch/books?client=firefox-a&id=aZ5mAAAAMAAJ&q=labyrinth#search_anchor
4) Prof. Dr. Karl Hoeck: "Kreta. Ein Versuch zur Aufhellung der
Mythologie und Geschichte, der Religion und Verfassung dieser Insel,
von den ältesten Zeiten bis auf die
Römer-Herrschaft", Erster Band, Göttingen 1823;
http://books.google.ch/books?id=R2QGAAAAQAAJ&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false
Cedrenus
erwähnt die
Höhle und die ganze Geschichte um den Minotaurus weitgehend in
der selben rationalsierten Version (siehe Quelle 5, S. 214/5, Text in
Griechisch mit lateinischer Übersetzung).

Cedrenus
ist für
uns von untergeordnetem Interesse, da er sein Material
von
anderen Autoren bezieht. In unserem
Fall ist seine Quelle wahrscheinlich die
Weltchronik des Johannes Malalas (siehe den Abschnitt
darüber).
Der links abgebildete Text zeigt seine Version
des entscheidenden Satzes von Malalas' Text,
("αυτός" meint den
Minotaurus). Hier die Übersetzung der relevanten Passagen
(nach
Karin Metzler)
: "Nach Minos herrschte
Minotauros, der Sohn der Pasiphae und des Tauros. Die Senatoren aber
hielten es für einen Frevel, dass sie von einem dem
Ehebruch Entstammenden beherrscht wurden und stachelten
Theseus, den Sohn des Aigeus, des Königs von Thessalien, auf,
zum Krieg gegen ihn das Meer zu überqueren; sie versprachen
ihm, den Minotauros zu verraten und Ariadne, die Tochter des Minos und
der Pasiphae, und ganz Kreta (zu übergeben.) Theseus
überquerte prompt das Meer. Sein [d. h. des Minotauros]
Feldherr und alle Bewohner ließen den Minotaurus in Gortyn
zurück und flohen. Als er den Verrat
erkannte, floh er selbst in die Gegend der Labyrinthe und
hielt sich in einer Höhle verborgen,
bis er von jemandem dem Theseus angezeigt und getötet wurde."
Im Ausdruck
"Λαβυρίνθων
χώραν" ist eine leicht
veränderte Schreibweise zu beobachten: Im Wort
"Λαβυρίνθων"
weisen die Akzentverschiebung von "ύ" nach "ί" sowie an zweitletzter
Stelle "ω"statt "ο" auf den Genitiv Plural hin.
Der Ausdruck wäre also mit "Gegend der Labyrinthe" zu
übersetzen - auch das passt hervorragend zu meinen Vermutungen
betreffend der Rationalisierung des Mythos: Es gibt in der Gegend der
Labyrinth-Höhle mehrere ähnliche
Höhlen-Steinbrüche. Sie sind zwar bloss
ähnlich in Bezug auf den Abbau von Steinen und den dabei
entstandenen typischen Spuren. Sie sind alle viel kleiner, haben keine
Gänge und bloss einen einzigen, mehr oder weniger verwinkelten
Raum und sind daher in keiner Weise labyrinthisch. Dennoch haben sie
Namen wie
"Λαβυρινθάκι"
oder "μίκρη
Λαβύθρινθος"
erhalten. Der Name
"Λαβυρινθάκι"
wird sogar mehr als einer solchen Höhle zugeordnet. Ich kenne
bis jetzt 4 solche Höhlen (
siehe Teil 2, Kap. 7). Diese
Namensgebung macht die Umgebung im Nord-Westen von Gortyn
tatsächlich zu einer "Gegend der Labyrinthe". Doch
ist an dieser Namensgebung noch viel besser erkennbar, dass der Name
"Labyrinth" bloss ein übertragener Name ist, da von allen dort
vorzufindenden Höhlen-Steinbrüchen nur ein einziger
"labyrinthisch" genannt werden kann.
Quellen:
5) Corpus Scriptorum Historiae Byzantinae, B. G. Niebuhr C. F. -
Georgius Cedrenus Ioannis Scylitzae OPE ab Immanuele Bekkero, Tomus
prior,
1838: Γεωργιου
του
Κεδρηνου
-
Συνοψις
Ιστοριων
/ Compendium Historiarum, A Mundo condito usque ad Isaacium Comnenum
Imperatorem, A DN. Georgio Cedreno ex diversis libris collectum;
http://books.google.ch/books?id=FB4bAAAAIAAJ&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false
Bei
Eustathius (von
Thessaloniki) gibt es zwei Textstellen
(beide nur in Griechisch), die
für uns interessant sind. Die erste (siehe Quelle 6, S. 102/3,
Abschnitt 88, Zeile 32) redet viel von der Stadt Gortyn und nennt
Tauros ("tauros", gr. = Stier; hier wie bei Malalas und Cedrenus der
Name eines Kreters), der die
Europa entführt hatte, als
deren Gründer (S. 103, Zeile 2/3).

Das
Labyrinth bzw. die
Labyrinth-Höhle wird nicht erwähnt. Eine andere
Textstelle (siehe Quelle 7, S. 420, Vers 320, Zeile 43) bezeichnet
das Labyrinth zwar als "unterirdische kretische Höhle
mit
vielen Windungen",
aber ohne Ortsangabe (S. 421, Zeile1, siehe Text links)!
Quellen:
6)
Dionysius Periegetes Graece et Latine cum vetustis commentariis et
interpretationibus ex recensione et cum annotatione Godofredi
Bernhardy, pars prior, 1828; Eustathii commentarii, ab S. 84;
http://books.google.ch/books?id=IRYwAAAAYAAJ&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false
7) Eustathii Archiepiscopi
Thessalonicensis Commentarii ad Homeri Odysseam, Tomus 1, 1825
http://books.google.ch/books?id=hrcWAAAAQAAJ&printsec=frontcover&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false
26.
Jan. 2010: Inschrift von 1979 gefunden - die
Labyrinth-Höhle war offenbar schon vor 1981 wieder
zugänglich

Gemäss
den Informationen von Nick Leloudas wurde 1981 durch
die erste Expedition der Griechischen Speleologischen Gesellschaft am
Ende des heutigen Eingangstales ein neuer Zugang zur
Labyrinth-Höhle geschaffen, nachdem der Eingang
infolge des
Unfalles mit tödlichen Folgen 1961 durch das Militär
versiegelt worden war. 1985 wurde der mit Zement versiegelte
Haupteingang offiziell wieder aufgebrochen. Über die
Schliessung
und Wieder-Öffnung des zweiten westlichen Einganges liegen
keine gesicherten Angaben vor - vielleicht war er gar nie verschlossen
worden? Bei der Überprüfung meiner Fotos fand ich die
links zu sehende Inschrift von 1979 im Ruheraum, einer benachbarten
Kammer des Trapeza-Raumes, wo die meisten Inschriften zu finden sind.
Sie deutet darauf hin, dass die Labyrinth-Höhle 1979
zugänglich
war - das kann nur durch den westlichen Eingang geschehen sein....
25.
Jan. 2010: Kapitel 2 "Die Pläne" / "The maps" ausgegliedert
Schon länger
ist die Grösse
meiner Website ein Nachteil, weil der Download je nach
Kapazität
des Computers und der Internet-Verbindung zu lange dauert. Die
Aufteilung in mehrere Unterseiten ist daher schon länger ein
Thema. Ich habe nun als erstes das Kapitel 2 "Die Pläne"
ausgegliedert. Neu lautet der Link auf dieses Kapitel
www.labyrinthos.ch/Plaene.html
(englische Version:
www.labyrinthos.ch/Plaene.english.html
; griechische Version:
www.labyrinthos.ch/Plaene.ellinika.html).
Ausserdem habe ich die Unterseite "ein Vergleich der Namen und Notizen
in den
Plänen von Petrochilou, Dumas, Cockerell, Charton und Sieber"
als
neuen Abschnitt "l" angehängt. Auch das Kapitel 5 "Vergleich
der
Pläne" aus Teil 2 habe ich als Abschnitte "m"
(Gesamtvergleich)
und "n" (Detailvergleiche) angehängt, so dass nun alle Themen,
die
die Pläne betreffen, in einer einzigen Unterseite vereint
sind.
21.-25. Jan.
2010:
Ein weiterer Plan von 1836 gefunden - der bisher
ausführlichste!
Anton Prokesch von Osten
besuchte 1825 das Labyrinth und veröffentlichte 1836 in einem
grösseren Werk einen Bericht darüber (siehe Quelle
1). Prokesch fertigte auch einen Plan an, wobei er den Plan von
Cockerell (links) verwendete, diesen aber um zusätzliche
Gänge und Räume
erweiterte! Im obigen Vergleich der Pläne habe ich im Plan von
Prokesch (Mitte) die neu eingetragenen Stellen rot oder violett
markiert. Die violett und blau markierten Stellen fehlen bei Sieber
(rechts). Zur besseren Orientierung habe ich die Buchstaben von
Prokeschs Plan in Siebers Plan eingetragen (pink). Die
Übereinstimmung im linken oberen Teil (Buchstaben K-Q) bleibt
allerdings unsicher, es sind auch andere Zuordnungen denkbar (mehr dazu
in Kapitel 2 "Die Pläne"). Prokesch
erwähnt zwar
Sieber nicht, obwohl dessen Plan zu der Zeit schon
veröffentlicht war. Aber seine
Ergänzungen unten links und in der Mitte stimmen
verblüffend gut mit Siebers Plan überein. Insgesamt
ist Prokeschs Plan ausführlicher als Cockerells Plan
und etwa gleich
ausführlich wie Siebers Plan. Dieser enthält auch
Räume, die bei Prokesch fehlen - sie sind ebenfalls blau
markiert. Der Buchstabe G in
Prokesch's Plan ist gemäss seinem eigenen Text falsch
eingetragen:
er gehört etwas weiter rechts zu den beiden Räumen,
von
denen der untere rot markiert ist (Kampfsaal). Prokesch macht des
weiteren einige interessante Angaben. Allerdings
vertritt er auch die nicht nachvollziehbare Haltung, dass die
Labyrinth-Höhle das Labyrinth der Mythologie sei. Bei seiner
Argumentation hat er allerdings einiges übersehen und auch
Fehler gemacht. Genauere Infos folgen. Die Recherchen laufen.
Quellen
1): Ritter Anton Prokesch von Osten: "Denkwürdigkeiten und
Erinnerungen aus dem Orient", Stuttgart 1836, erster Band, S. 606-619:
http://books.google.com/books?id=kD8pAAAAYAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_v2_summary_r&cad=0#v=onepage&q=&f=false
06./27.
Jan. 2010: Das mythische
Labyrinth war - gemäss Philochoros - kein Irrgarten, sondern
ein
gewöhnliches Gefängnis
In den
News 02
schrieb ich: "
Es macht
überhaupt keinen Sinn, den Minotaurus in ein Labyrinth
einzusperren, egal, ob dies nun ein "kretisches (klassisches)
Labyrinth" oder ein Labyrinth im Sinne eines Irrgartens ist. Das
Hauptanliegen ist doch, den Minotaurus einzusperren, dass heisst,
es muss ein Verliess sein, aus dem er nicht entkommen kann. Doch in
einem so geschlossenen Raum spielt die Innenstruktur keine Rolle -
wozu
sich noch die Mühe machen, ein Labyrinth zu konstruieren? Auch
ein
Irrgarten-Labyrinth, aus dem schwer heraus zu finden ist, ist nur dann
sicher, wenn es mit einem Tor verschlossen wird - doch das
verschlossene Tor ist dann wichtig, nicht die Struktur als
Labyrinth."
Diese Überlegungen werden durch die Schriften von Plutarch (45
- 125 n. Chr.) bestätigt. Er erwähnt in
seiner Theseus-Biographie verschiedene Darstellungen des Mythos vom
Minotaurus und dem Labyrinth. Interessant ist die Version von
Philochoros, die er erwähnt:
"Philochoros aber sagt,
das wollten
die Kreter nicht wahr haben [was die Griechen über das
Labyrinth
und den Minotaurus erzählen], sondern sie behaupteten, das
Labyrinth sei weiter nichts als ein Gefängnis gewesen, an dem
sonst nichts Böses war, als dass die darin Gefangenen nicht
entfliehen konnten"
(Quelle 1). Interessant ist dabei,
dass Philochoros
nicht einfach eine andere Version erzählt, sondern
ausdrücklich sagt, die Kreter, also die im Mythos Betroffenen
bzw.
deren Vorfahren, von denen wir ja keine eigene Überlieferung
besitzen, seien mit der Darstellung nicht einverstanden! Auch den
"Minotaurus" sehen diese damaligen Kreter offenbar anders: "Minos habe
dem Androgeos zu Ehren ein Kampfspiel veranstaltet und als Preise
für die Sieger die Kinder gesetzt, die nun eben so lange im
Labyrinth in Gewahrsam gehalten wurden; bei den ersten Wettspielen habe
ein Mann, der bei ihm im höchsten Ansehen stand und Feldherr
war,
namens Tauros, den Sieg davon getragen, ein Mann von hartem, unsanftem
Charakter, der mit den Kindern der Athener übermütig
und
grausam umgegangen sei." Und dann kam eben Theseus. "Nach der
Darstellung des Philochoros erwartete man, als Minos das
Kampfspiel veranstaltete, dass Tauros wieder alle besiegen werde, und
er war darum ein Gegenstand des Neides. Denn seine Macht war wegen
seines Charakters verhasst; auch sagte man ihm nach, dass er unerlaubte
Beziehungen zu Pasiphae unterhalte. Als daher Theseus
mitkämpfen
zu dürfen verlangte, gestand Minos das zu. Da es nun in Kreta
Sitte war, dass auch die Frauen zuschauten, war Ariadne anwesend, wurde
sogleich von Theseus' Anblick bezaubert und bewunderte sein
Kämpfen und wie er alle besiegte. Auch Minos freute sich, vor
allem, dass Tauros niedergerungen wurde und so sein Ansehen verlor, gab
Theseus die Kinder zurück und erliess der Stadt [Athen] den
Tribut." Ist das Labyrinth als Irrgarten sowie der Kinder bzw.
Jünglinge und Jungfrauen verschlingende Minotaurus also nur
eine
denunzierende Propaganda der Griechen in der Darstellung der ihnen
anfänglich überlegenen Kreter? Diese Schlussfolgerung
drängt sich jedenfalls als Möglichkeit auf, wenn wir
den
Ausführungen Jan Piepers folgen: "Für alle Deutungen
des
minoischen Labyrinthes sind wir ausschliesslich auf die attische Sage
angewiesen, die nirgends zusammenhängend überliefert
ist,
sondern lediglich in den Erwähnungen der Historiographen und
den
allegorischen Anspielungen antiker Dichter auf uns gekommen ist. Diese
attische Quelle ist durch und durch von der historischen
Auseinandersetzung mit der kretischen Vormachtstellung geprägt
und
deshalb stark negativ gefärbt." (Quelle 2).
Quellen:
1) Plutarch -
Grosse Griechen und Römer, aus dem Griechischen
übertragen, eingeleitet und übersetzt von Konrat
Ziegler, 6
Bände, 2. Aufl., München 1979, Band I, Kap. 15-21 (S.
51 bis
58), zitiert in Hermann Kern - Labyrinthe, S. 43-46
oder:
http://books.google.ch/books?cd=1&id=SvUQAQAAIAAJ&dq=hermann+kern+labyrinthe&q=philochoros#search_anchor (
diese Seite zeigt nur einen
Auszug, es ist nur der Anfang des Zitates zu sehen)
2) Jan Pieper: "Das Labyrinthische", Über die Idee des
Verborgenen, Rätselhaften, Schwierigen in der Geschichte der
Architektur, Birkhäuser 1987/2009, S. 26
28.
Dez. 2009 - 06. Jan. 2010: Catull, Statius und Claudian
erwähnen
die
Labyrinth-Höhle nicht (entgegen anders lautenden Behauptungen)!
Gewisse Autoren
behaupten oder zitieren die Behauptung, Catull, Statius und/oder
Claudian identifiziere die Labyrinth-Höhle mit dem Labyrinth
des Minotaurus. Meine Überprüfung der Original-Texte
(siehe
Teil 2, Kap. 10b, Punkt 8) ergab,
dass diese Behauptung eine reine Spekulation und daher falsch oder
zumindest irreführend ist. Zum einen erwähnt keiner
der drei Autoren die Labyrinth-Höhle explizit. Zum
anderen basiert die Behauptung auf dem Begriff "Gortynius"
(gortynisch), der in allen interpretierten Textstellen vorkommt. Doch
damals war es offenbar Usus, anstelle eines Landes stellvertretend eine
seiner Städte zu nennen. So wurde anstelle von Kreta
oft Gortyn genannt, das damals die Hauptstadt Kretas war.
Viele englische und deutsche Übersetzer übersetzten
darum in den erwähnten Texten "Gortynius" mit
"kretisch", oder sie übersetzten es mit "gortynisch" und
fügten eine Fussnote an, in der sinngemäss stand,
dass "gortynisch" = "kretisch" zu verstehen sei. Mehr dazu in
Teil
2, Kap. 10b, Punkt 8.